6. Fisherman´s Friend Strongmanrun in der grünen Hölle am Nürburgring!

Freitagmittag, frisch gestärkt mit Spaghetti und Tomatensoße, ging es mit Carmen auf zum Nürburgring.

Der Plan: 2 Runden á 10,3 km beim Strongmanrun absolvieren.

Ich hatte 2 Wochen zuvor bei Twitter über Brooks eine Wildcard gewonnen. Ursprünglich war geplant, dass ich lediglich als Fotografin und Stimmungsmacherin mit fahre. Die Wildcard wollte ich an den Trainer von Carmen weitergeben. Nachdem die Gewinnbenachrichtigung eintraf, informierte ich Carmen wegen der Daten. Da erfuhr ich, dass Jens leider keinen Urlaub bekommt.

Kurzerhand beschloss ich selbst zu starten. Ganz spontan. So bin ich halt. 🙂

Letztes Jahr musste ich nach der ersten Runde abbrechen, weil ich vorbelastet war und eine Oberschenkelzerrung nicht lange genug ausheilen ließ.

Also Motivation genug die 2 Runden dieses Jahr „einfach“ zu schaffen, egal wie.

Also war es am Freitag soweit. Gegen 18:00 Uhr kamen wir am Ring an. Ich holte meine Starterunterlagen ab, reichte meine Chipnummer nach und schon schlenderten wir etwas über den Boulevard. Bei dieser Gelegenheit trafen wir auch Gerd vom Twitterlauftreff. Ebenso wurden einige Leute von Brooks begrüßt und etwas gefachsimpelt.

Es wurde Zeit zu unserer Unterkunft zu fahren, denn dort wartete auch Julia auf uns, die ich ebenfalls über Twitter kennengelernt hatte. Die Sympathien stimmten auf anhieb. Es konnte also nur super werden.

Etwas zurecht gemacht ging es dann gleich wieder zu dritt in die Eifelstadt. Lecker essen, näheres Kennenlernen und die Beine locker tanzen war die Devise. Gegen halb 12 machten wir uns dann nach einem schönen Abend zurück in die Pension. Dort hatten wir noch eine kleine Kreativ- und Bastelstunde. Unsere Outfits wurden gepimpt, bis es dann so etwa zwischen 1 und halb 2 in die Koje ging.

Die Nacht war kurz und das sah man mir wohl auch an. Ich bin auch eher der Langschläfertyp. Gut gelaunt ging es dann in die Küche zum Frühstück.

Carmen und ich übernachteten ja schon letztes Jahr in dieser privaten Zimmervermietung, so dass wir wussten, was uns beim Frühstück erwartet. Und es war wie schon im letzten Jahr ein Träumchen.

Gegen viertel nach 9 machten wir uns frisch gestärkt in Richtung Nürburgring. Klar es war viel los und deshalb standen wir auch etwas im Stau. Die Parkplatzsuche war auch etwas stressig, aber nach Ankunft auf dem Parkplatz war das schnell vergessen. Es lief dann doch entspannter ab, als im letzten Jahr. „Chaosjasi“ war sehr ruhig und nicht so nervös, wie im Vorjahr.

Der Laufweg vom Parkplatz zum Fahrerlager wäre kürzer gewesen, wenn wir vor lauter lauter nicht noch falsch gelaufen wären.

Aber gut, diese Hürde haben wir auch gemeistert und ich traf sogar noch bekannte Gesichter aus Weilerbach, die ebenfalls starteten.

Im Fahrerlager angekommen ging es erst mal zu Brooks, dort traf sich dann das „Starterfeld“ des Twitterlauftreffs. Neue Gesichter zu einigen bereits bekannten Namen und auch ganz neue Bekanntschaften. Kurzer Plausch, schnell noch ein paar Regencapes ergattert und schon ging es zur VIP-Box. Sehr angenehm muss ich sagen. Es regnete schon morgens in strömen. Dort war es schön warm und trocken. Man hatte die Möglichkeit zu frühstücken bzw. seine Speicher auch mit Flüssigkeit aufzufüllen. Gemütlich saßen wir auf einer Bierbankgarnitur ganz entspannt und weniger aufgeregt als im letzten Jahr.

Ab etwa 11 Uhr bemerkte man merklich die Nervosität einiger Tisch sitzenden Personen. Kurz vor dem Start wurde noch eine kleine Fotosession eingelegt. Ach war das toll. Ich war mal nicht aufgeregt und mein Magen hatte sich überhaupt noch nicht gemeldet, wie sonst üblich.

Um halb 12 noch schnell die letzten Toilettengänge hinter sich gebracht ging es in der kleinen Gruppe auf dem Weg in die Starterbox. Dort trennten sich dann schon die Wege. Gerd, Ralph und Alf wollten von weiter vorne starten. Ich blieb mit Carmen, Julia und Sven zwar nicht ganz vorne, aber schon in den vorderen Reihen.

Dann die Mitteilung, dass der Start um eine halbe Stunde verschoben wird. Na toll, noch länger stehen. Da tun einem nur vom rumstehen die Füsse weh. Es war nicht zu fassen. 🙂

Mittlerweile war Pocher und Co. auf dem Balkon zu sehen. Außer dem rumgehampel von Oli P. konnte man nicht verstehen, was er gerufen hat. Die Buhrufe der Menge hatten das auch sehr übertönt. Er hatte wohl nicht sehr viele Fans mitgebracht. 🙂 Die Musik aus dem Rahmenprogramm fand ich sowieso viel besser. Von AC/DC zu Limp Bizkit und The Procigy war einiges geboten. Gute Ablenkung.

Die Zeit zum Start war endlich gekommen. Wurd ja auch mal Zeit. Los gings mit Self Esteem von The Offspring. Die ersten Kilometer konnte ich noch gut mit den anderen 3 mithalten. Aber klar war auch, dass ich da nicht ewig hinten dran bleiben kann.

Der erste Stau kam nicht etwa vor dem ersten Hindernis. Nein nein. Weit vorher. Dort war auch die erste Verpflegungsstelle. Etwa 20 Min. sollen wir da gestanden haben. Ich habe kein Zeitgefühl und mir kam es weitaus länger vor. Naja wenn man Glück hatte, wurde man nicht von den Wurfgeschossen, die aus Powerbarriegeln, Bananen und Orangen bestanden, die von der Verpflegungsstelle in die Menge geworfen wurden, getroffen und konnte unverletzt weiter. In der Menge trafen wir auf eine Lauterer Frauengruppe und Spieler vom SV Miesau. Die hatten ihre weißen Trikots an. Hät mich echt mal interessiert, wie die dann nach den 2 Runden aussahen.

Man hatte jedenfalls Spass und warf die Orangen gerne auch wieder in die Verpflegungsstelle.

Klar das ich hier und wohl auch viele weitere Lauffreunde in der 2. Runde nichts mehr gab.

Nun weiter. Hier verlor ich dann auch meine Gruppe. Hatte sie zwar oft noch mal gesehen, weit vor mir natürlich, aber die Höhenmeter machten mir anfangs schon schwer zu schaffen und deshalb machte ich dann langsamer. Ich musste es ja nicht übertreiben. Mein Ziel war ja ankommen.

Am Unangenehmsten empfand ich das 2. Hindernis. Es nannte sich BBQ. Man musste durch einen Tunnel aus Bauzaun. So nicht schlimm, aber durch den Rauch sah man gar nichts. Und der Qualm machte meiner Lunge irgendwie etwas zu schaffen. Schnell durch und weiter.

Hindernis 4 die schwarze Witwe wurde bei meinem Eintreffen seitlich geöffnet. Man sollte neben dem eigentlichen Hindernissen durch den Schlamm kriechen. Da hatte ich etwa die Hälfte der ersten Runde bereits geschafft.

Es wurde natürlich nicht einfacher und sogar noch steiler und der Regen machte die Strecke noch schlammiger. Laufen war oft wegen der Rutschgefahr nicht wirklich möglich. Mein absolutes Highlight war die Megarutsche: Niagara Fall (20 x 35m). Schade das es da von mir keine Bilder gibt bzw. ich noch keine gefunden habe und das Hindernis in der 2. Runde wegen Beschädigung der Folie gesperrt war.

Meine erste Runde beendete ich um 15:20 Uhr nach 10,3 km und 15 Hindernissen.

Die Strecke spaltete sich rechts –> 2. Runde und links –> Finisher. Klar ich dachte ans aufgeben, aber nö. Die Jasi musste das doch packen… auf gings in die 2. Runde.

Anfangs noch gelaufen, ab km 15 mehr gegangen. Viele Hindernisse waren bereits geschlossen. Also dran vorbei und weiter. Der Regen hatte aufgehört und so zog der Schlamm an und wurde schwer an den Füssen.

Meine Marathonschnürung hat aber ganze Arbeit geleistet. Der Schuh war fest an meinem Fuss.

Ab km 15 bemerkte ich meine Erschöpftheit. Ich wurde immer langsamer und die Laufintervalle wurden immer kürzer. Jeder Schritt ist ein Schritt näher am Ziel, sagte ich immer wieder und mehr als die Hälfte war ja schon gesachafft.

Ab ca. km 16 stieß ich auf Jenny. Es war ihr erster Wettkampf und sie lief noch nie mehr als 17 km. Ihre Hand war verstaucht und sie hatte mit Krämpfen in den Beinen zu kämpfen.

Gegenseitig motivierten wir uns und halfen uns über die Hindernisse. Bei jedem km-Schild wurde applaudiert, um ihre längste zurückgelegte Distanz zu feiern. Es hat einfach Spass gemacht.

Die letzten beiden Kilometer waren auch für mich echt anstrengend.
Von Jenny kam nur: Du willst ja jetzt nicht auf den letzten Metern schlapp machen. Aufgeben ist nicht!

Cool. Je näher wir dem Ziel kamen, um so mehr Musik hatten wir um uns herum. Das pushte auch nochmal. Das fehlt halt auf der Strecke einfach. Ich gröhlte mehr mit als zu singen und tanzte auch etwas. So müde kann ich ja gar nicht sein. Und auf gehts die letzten Meter durchs Ziel wurde dann auch nochmal gelaufen.

Geschafft: Nach 4:56.06 erreichte ich mit Jenny das ersehnte Ziel.

Ein paar Tage später wurde die Zielzeit von 3:30 aufgehoben, so dass wir uns alle Finisher nennen dürfen. 🙂 Toll ich habs gepackt.

Auch wurde mir erst im Nachhinein klar, dass es meine bisher längste Distanz war.

Im Ziel mich noch schnell von Jenny verabschiedet und gleich wieder in die VIP-Box, wo sie natürlich alle schon gewartet haben. Dort konnte ich mich kurz aufwärmen, nen Tee trinken und ein Teller Nudeln mit Gulasch essen. Dann verabschiedeten wir uns und wir machten uns auf zum duschen in unsere Pension. Dann gings auch schon wieder auf den Heimweg.

Es war ein richtig tolles und gelungenes Wochenende, mit netten Leuten und einer super Organisation.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht von mir nochmals an Brooks für alles. Dieses Event wird mir lange in Erinnerung bleiben.

PS: Bilder by Sportograf

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Über meineartzulaufen

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2 Antworten zu 6. Fisherman´s Friend Strongmanrun in der grünen Hölle am Nürburgring!

  1. soulrunner74 schreibt:

    Gut gemacht… ich kenne dieses Event noch aus Alten Tagen.
    Glückwunsch zum Finish

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