Run & Fun beim Geltschermarathon im Pitztal/Österreich

So damit mein Rückstand wieder aufgeholt wird, bevor ich am nächsten Wochenende wieder an einem Wettkampf teilnehme hier mein Bericht vom Run & Fun beim Geltschermarathon im Pitztal/Österreich.

Vor Wochen hatte mich bereits eine Freundin gefragt, ob ich nicht Lust hätte mit ihr dahin zu fahren, weil sie dort ihren 1. Halbmarathon laufen möchte. Zunächst wollten wir Samstag hin und Montag wieder heim. Aber die Chance bot sich einen Kurzurlaub draus zu machen. So war ich in der Zeit vom 30.06.2012 bis 06.07.2012 im schönen Österreich.

Am 30.06.2012 ging es morgens gegen 07:00/07:30 Uhr in Otterbach los Richtung Österreich. Die Autobahnen waren unerwartet frei und wir konnten ohne große „Behinderungen“ durchfahren. Hatten wir vorab nicht bedacht, dass in RLP am 02.07.2012 die Sommerferien begannen.

Nun gut vor der Grenze tauchten auch schon die ersten Berge auf.

Das Wetter war gut und die Vorfreude wurde immer größer. 🙂

Bevor es zu unserer Pension ging, die auf 1.400m im Pitztal (St. Leonhard, Ortsteil Scheibe) lag, holten wir unsere Startunterlagen im Zielbereich in Imst ab. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich meinen ChampionChip vergessen hatte.

Oh wie ärgerlich in dem Moment, ich hatte mir extra alles aufgeschrieben (wie immer!) und das wichtigste überhaupt hab ich vergessen. Irgendwann vergesse ich mal noch meinen Kopf! 🙂 Naja nicht zu ändern gewesen. Das Problem konnte schnell gelöst werden. Ich wurde neu angemeldet und musste mir einen Chip leihen. Es waren auch relativ wenig Leute da, die ihre Unterlagen abholten.  Wer weiss, ob das am nächsten Morgen vor dem Start genauso schnell und unkompliziert gegangen wäre. :-/

Da es so gut gelaufen ist, war die Aufregung nicht all zu groß und wir fuhren in unsere Pension nach St. Leonhard. Dort kamen wir etwa gegen 14:45 Uhr an. Um uns einen Überblick über den Ort, wo wir wohnten, zu verschaffen wollten wir mal durchfahren. Das ging ruck zuck sag ich Euch.

Am Anfang die Pension, danach etwa 3-5 Häuser und ein Tante-Emma-Laden und schon mussten wir wieder umkehren. Wo waren wir da nur gelandet? 😉

Da hat die Aussage „wir kommen vom Land“ schon wieder eine ganz andere Bedeutung. 😀

Schön ruhig inmitten der Berge, wo die Kühe morgens noch durch das Örtchen auf die Weide getrieben werden, lag unser Hotel …..  am Arsch der Welt. 🙂

Vom Balkon unseres Zimmers aus konnten wir auf einen Wasserfall schauen. Der angrenzende „Bachlauf“ war aufgrund des guten Winters und des oft durchwachsenen Wetters der letzten Tage, zu einem Fluss geworden. Gute Voraussetzungen für unsere geplante Raftingtour am Dienstag. Aber erst sollten wir mal an den Start gehen, bevor weiter geplant wird.

Balkonsicht auf den Wasserfall

Um 7 Uhr rappelte der Wecker.

Wir packten unsere Sachen zusammen. Ich hatte eine Auswahl an Klamotten dabei. Man weiss ja nie. Ich entschied mich für die Radlerhosen von Reebok und ein Tanktop von Nike und das Cap von Brooks. Nichts passte von den Farben, aber egal, es sollte seinen Zweck erfüllen.

Ich mag Radlerhosen nicht, weil sie so kurz sind und ich mich unwohl fühle. Aber es war die richtige Entscheidung, wie sich danach rausstellte.

Um 8 Uhr saßen wir beim Frühstück. Brötchen mit Nutella und Joghurtmüsli. Lecker. Frisch gestärkt und wach ging es dann runter nach Wenns (999 m) in den Startbereich. Obwohl es ein kleiner Ort ist, war es mit den Parkplätzen nicht so einfach. Vom Schwimmbadparkplatz wurden wir verwiesen, so dass wir auf dem Parkplatz der örtlichen Metzgerei stehen mussten. Dort wurden wir auch gleich von einer netten Österreicherin angesprochen. Es wurden gleich Freundschaften geschlossen, Bilder gemacht und E-Mailadressen ausgetauscht. Ganz anders als man das bei uns kennt, wo jeder vor dem Start sehr intensiv mit sich selbst beschäftigt ist. Zusammen ging es dann in den Startbereich. Schnell waren die After-Race-Backs im Bus verstaut und so tummelten wir uns in der Menge im Startbereich herum, aber immer schön im Schatten. Auch dort kam man gleich mit vielen Läuferinnen und Läufer ins Gespräch, vor allem an der Schlange zu den Toiletten fand ein reger Austausch statt.. woher kommst Du, was ist Deine Zeit, wie wird das Wetter sich entwickeln usw.

Toll so macht das doch Spaß. Da konnte man gar nicht erst aufgeregt werden, ganz im Gegenteil zu meiner Freundin Nicole. Die stand irgendwie schon den ganzen Morgen neben sich. Hat sich von mir einen kleinen Beutel als After-Race-Back geben lassen, anstatt ihren eigenen zu nehmen. Wir haben riesen Taschen mit extra Schuhfach bekommen. Ich dachte sie braucht den für ihre dreckigen Klamotten. Nein, sie stopfte alles in diese Minitasche rein. Ich bemerkte das auch erst als wir das Auto abstellten und musste grinsen. Bin ich sonst auch so?

Ich hatte ja zur Not noch Platz in meiner Tasche.

Das Beste an allem war natürlich die Kulisse. Echt einmalig und traumhaft.

Um 10 Uhr war Startschuss. Wir klatschten nochmal ein, wünschten uns viel Spaß und verabredeten uns fürs Tal. Auf geht’s. Der Startschuss fiel pünktlich, denn wenn der 1. Marathoni schneller gewesen wäre, hätte sich unser Start um ein paar Minuten verzögert.

Los ging es erst mal bergab. Die ersten Kilometer wieder in einem 6-er Schnitt. Es kam eine Läuferin vorbei, die ich zuvor auf der Toilette gesprochen hatte, die mich darauf hinwies, dass ich etwas zu schnell sei für den Anfang. Ja Danke und drosselte.

Erst danach fühlte man wie die Sonne brannte. Wir hatten am Start bereits etwa 25 Grad, bemerkten das aber nicht, weil wir im Schatten saßen. Gut das Nicole an die Sonnencreme gedacht hat, hab ich natürlich auch vergessen.

Nach 2,5 km kam die erste Versorgungsstelle und die benötigte man auch. Durch mein Cap lief mir der Schweiß nicht in die Augen, hatte aber noch zur Unterstützung mein geliebtes Schweißband am Arm.

Ich war nicht allein auf der Strecke. Es waren Läufer vor und hinter mir. Super da sollte es doch passen diesmal nicht Letzte zu werden.

Das bergab laufen merkte ich etwa ab km 5 in den Oberschenkeln. Das unterschätzt man ganz schön, wenn man das nicht kennt und denkt das wäre so einfach, wenn man nur das Höhenprofil kennt.

Höhenprofil Run & Fun beim Geltschermarathon

Zwischendurch die Regenduschen, die auf die Straßen geworfen wurden, wurden alle von mir mitgenommen. Es waren wirklich reichlich Versorgungsstellen vorhanden, die wirklich notwendig waren, bei den Temperaturen. In vielen Orten standen Stimmungsnester und man wurde angefeuert. Ab km 8 konnte ich etwas Gas geben und ließ es auf dem etwas steileren Stück rollen. Ich war überrascht, wie gut ich das doch kann, habe ich mich letztes Jahr beim Lauftreff dämlich angestellt das umzusetzen.

Zwischen km 8 und 9 überholte mich das Pärchen, das ich beim Rollen überholt hatte und die schon von Anfang an vor mir unterwegs waren. Sie kämpfte mit sich und wurde immer wieder durch ihn zum weiter machen animiert. Das war meine Motivation vor km 10. Die hol ich mir. Ich stellte den Ipod lauter, starrte Stur auf den Boden und lief mit gleichmäßigem Schritt. Ich kam ihnen immer näher… juhu… ich pack das.

Bis km 10 war alles top und ich war in einer super Zeit. Die letzten 1,2 km würd ich jetzt auch noch schaffen. Von wegen….

Es war nicht steil, aber es ging stetig bergauf und meine Kraft schwand und ich wurde langsamer. Meine Oberschenkel wurden extremst beansprucht. Ich wusste jetzt wo ich war und wusste auch wo das Ziel war. Hier war ich ja bereits gestern gewesen. Es ist nicht mehr weit sagte ich mir ständig. Los dran bleiben, aber das letzte Nadelöhr vor dem Ziel hat mir den Rest gegeben. Für diese 1,2 km brauchte ich sage und schreibe 11 Min. Man war ich enttäuscht. Dann jetzt nochmal Gas geben und zum Schlusssprint angesetzt, der Berg war erklommen und der Zieleinlauf nah nur noch wenige Meter. So bin ich noch nie ins Ziel gelaufen.

Ich war so schnell, dass der mit der Medaille hinterherlaufen musste, weil ich nicht gleich stehen bleiben konnte.

Zielzeit: 1:23::23

Im Ziel schaute ich erst mal was es so alles gab. Oh eine Wasserdusche, schnell mal drunter. Schöne Abkühlung. Abends in der Pension wurde uns mitgeteilt, das es der heißteste Tag des Jahres bisher war und es 35 Grad mittags hatte.

Dann zu allererst mal ein Erdinger Alkoholfrei und unter den Schirm. Schnell gesellte sich ein Läufer dazu, der so ziemlich die ganze Strecke (bis auf die letzten 2 Kilometer) auf meiner Höhe war. Wir fachsimpelten, was ich falsch gemacht habe, denn er hat mich beobachtet.

Ein Ur-Bayer etwa Mitte 50 (geschätzt). Der sich wirklich keine Mühe gab, dass ich ihn vllt. besser verstanden hätte. Aber ich bin ja nicht auf den Mund gefallen und ich glaub das mit dem pfälzisch war auch nicht einfach für ihn. J Wir lachten viel und er erzählte mir wie das in Bayern sonntags ausschaut mit dem Frühschoppen nach der Messe. Und stießen mit unserem Alkoholfreien Bier im Becher an. Ich musste lachen, warum gab es das bei uns nicht?

Geht denn bei uns überhaupt einer sonntags in die Kirche? Vllt. Würde sich das ja ändern, wenn das mit dem Frühschoppen auch so die Regel wäre. J Schon witzig, über was man sich da so Gedanken macht.

Etwa eine gute ¾ Std. später sah ich auch schon Nicole sich in den Zielbereich nähern. Ich verabschiedete mich, schnappte mir einen Becher Bier und wartete direkt im Zielbereich. Sie konnte mich gar nicht übersehen.

Sie lief erst in die andere Richtung, obwohl ich schon früh genug am plärren war und ihr den Becher ausgestreckt hingehalten habe. Sie nippte nur kurz, drückte mir das Bier in die Hand und war weg. Ich hörte nur noch „Wasser, ich brauch Wasser!“. Schnurstracks zu den Getränken. Den Becher Wasser über den Kopf geleert. „Ey, das gute Wasser. Da hinten ist ne Dusche. Glaub da haste mehr davon“. Ich war glaub nur am grinsen. Sie war irgendwie abwesend, aber nahm wahr, was ich ihr sagte. Schon stand sie unter der Dusche. Dann entdeckte sie das Zelt mit den Matten und legte sich erst mal hin. Ich dackelte hinter ihr her, immer noch ihr Bier in der Hand.

Ich fands ja toll, dass ich mal auf jemand warten musste, sonst war das immer anders rum. Aber ich verstand nicht, dass man das Bier so verschmähte. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand im Ziel ein Bier hinhält. 😉

Aber ich war ja schon viel länger da und war bereits aklimatisiert.

Auch erst auf der Matte hatte sie mir erzählt wie extrem sie gekämpft hatte und sie schon aufgeben wollte, wäre da nicht der Heinz gewesen, der sie teilweise geschoben hat und mit dem sie zusammen ins Ziel kam. Trotz allem hatte sie auch Spaß und war sub2 Stunden, so wie sie es sich vorgenommen hatte.

Nach einiger Zeit bemerkte sie, dass das Bier ja schmeckt und konnte gar nicht genug davon bekommen. Auch nach dem Duschen ging sie immer wieder in den Läuferbereich und holte 2 Becher von dem Bier. Verrückte Pfälzer!!

Auf die Ergebnisliste wollte ich eigentlich gar nicht kucken. Ich war froh bei der Hitze gesund im Ziel angekommen zu sein. Von der Zeit wäre ich sowieso enttäuscht gewesen.

Nicole dagegen war 3. in ihrer Altersklasse und bekam sogar eine Trophäe. Vor der Siegerehrung unterhielt sie sich mit der 2. Und da stellte sich heraus, dass sie aus Siegelbach, also aus unserer direkten Nachbarschaft kam. So klein ist die Welt.

Nach dem wir duschen waren, gab es ein gutes Mittagessen. Penne in Tomatensoße (in der Startgebühr mit inbegriffen).

Alles in allem eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Kulisse war einmalig und echt genial. Es hat Spaß gemacht. Muskelkatze blieb nicht aus, aber wandern war für den nächsten Tag angesagt. Ich hab es zumindest bis auf die Hütte (1.935m) geschafft.

Der Rest der Woche war natürlich auch toll. Aber daheim ist es doch am Schönsten. 🙂

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Über meineartzulaufen

You can rest when you´re dead!
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