Mein Bike und ich – Eine beginnende Freundschaft?

Da das Wetter ja wieder schöner geworden ist. Bin ich in den letzten beiden Wochen mittwochs mit meinem Fahrrad auf die Arbeit gefahren. Die Strecken sind mir noch aus dem letzten Jahr bekannt und so entschied ich mich wieder für die etwas flachere, etwas längere Strecke.

Mein Bike und ich sind nicht die besten Freunde. Aber ich reichte ihm die Hand und stellte mich nochmals vor. Ich bin ja gut erzogen. Ich hatte es letztes Jahr von meinem Vater bekommen und er bekam dafür mein Damenrad, mit dem ich auch nicht wirklich zurecht kam.

Er hat es mir auch liebevoll straßentauglich gemacht. Ich bekam eine Klingel, eine Lampe für vorne und eine für hinten. Auch hat er mir eine kleine Luftpumpe befestigt, die Trinkflasche zum Flaschenhalter und Werkzeug in einer Satteltasche mitgegeben. Ich bin also voll ausgestattet.

Das jetzige Rad macht eben oft mal das, was es möchte. Es hat wohl seinen eigenen „Kopf“. 🙂

Kommt dann schon mal vor, dass ich, wenn ich im Stehen fahre, in einen anderen Gang (oftmals einen leichteren) „rutsche“ und ich schon Glück hatte nicht zu stürzen und ich mir nicht die Beine an den Pedalen verletze.

Dann macht es so seltsame Geräusche, als ob der Gang nicht richtig einrastet. Mich stört das. Hab auch das Gefühl, dass ich oft schief angeschaut werde. Aber hat auch etwas Positives: Ich muss nicht klingeln, die Leute drehen sich schon automatisch um und machen mir Platz, wenn sie mich hören. 😉

Weil mich das so stört stecke mir meine Knöpfe in die Ohren und höre gaaaaaannnnz leise meine Musik über den IPod und verfolge über meine App die Distanzen mit den Zeiten. Da ich nur auf einem Radweg unterwegs bin, sehe ich da keine Probleme. In der Stadt werden die Knöpfe natürlich aus den Ohren genommen.

Schnell war letztes Jahr auch klar, ich brauch mehr Polsterung für mein Hinterteil. Zu sehr schmerzte der nach der (für viele von Euch wohl kurzen) Strecke. Aber an eine Radhose hatte ich da im ersten Moment nicht gedacht. Ich besorgte mir einen Sattelüberzug mit Geleinlagen. Ging dann schon etwas besser, aber so richtig optimal finde ich es immer noch nicht. Naja. Ich nutze das was mir zur Verfügung steht, so gut es irgendwie geht.

Dann finde ich die Konstruktion mit der Gangschaltung in der Lenkstange nicht optimal. Auch, weil die Griffe daneben nicht wirklich breit sind. Die Schaltung ist sehr dick und die kleinen Griffe sind zu kurz.

Mit meinen zierlichen Händen und kurzen Fingern muss ich mich schon an der Schaltung festhalten, was sehr unangenehm ist. Ich lasse meine Daumen immer oben auf dem Griff aufliegen. Ich umfasse die „Schaltung-/Griffkombination“ also nicht.

Auch sind meine Handschuhe nicht optimal. An den Fingerwurzeln habe ich immer 2 rote und etwas angeschwollene Stellen.

Dann finde ich den Sattel zu weit weg vom Lenker. Ich merke das in den Schultern, weil ich mich doch sehr nach vorne beugen muss.

Hier kommen auch die anderen Radler ins Spiel. Ich werde morgens kurz vor Kaiserslautern oft von anderen Radlern überholt. Ich seh die ja meistens nur von hinten und einholen ist nicht drin. Ich bin im schwersten Gang und strampel mir einen ab bzw. hab ich das Gefühl das es so ist. 🙂
Ich habe mir dieses Phänomen mal etwas genauer angeschaut. Von hinten ist das ja gut zu beobachten, so lange vor mir noch jemand im Blickfeld ist.
Liegt es an mir, also wieder so ein typischer „Anwenderfehler“? Oder ist die Übersetzung von meinem Rad einfach nicht so gut. Komisch, das man sich dann über solche Sachen Gedanken macht.
Aber gut. Ich bin froh, dass ich ein Rad habe und mache das Beste draus. 
Wenn ich meine Zeiten vom letzten Jahr vergleiche habe ich mich zunächst nicht wirklich verbessert. Ich lag bis letzte Woche noch für eine Strecke von 18 km zw. 1:04 und 1:09.
Sehr frustrierend, dass ich für eine Strecke von 10 km 30 Min. benötige. Es gibt Leute, die Laufen diese Strecke in dieser Zeit. Naja. Ich erklärte mir das mit einem „Anwenderfehler“. Es liegt wohl an mir und ich muss mich mehr damit beschäftigen und die Schaltung studieren. Dunkel erinnere ich mich an die Anweisung von Carmen im letzten Jahr, als wir mal zusammen unterwegs waren.
Bei meiner ersten Tour zur Arbeit näherte ich mich noch etwas zaghaft an mein Bike ran. Wir müssen uns ja erst wieder kennenlernen. Ist ja schon eine Zeit lang her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Vielleicht wollte es mir diese Zeit doch etwas übel nehmen. Aber gar nicht. Es ging ganz gut. Also nicht nachtragend. 🙂

Letzten Mittwoch wollte ich es dann wissen. Morgens hat es auch mit der Schaltung ganz gut geklappt und so beschloss ich, ich schau mal, ob ich nicht doch etwas besser und schneller werden kann.

In der Stadt ist das mit den vielen Baustellen zurzeit sehr schwierig. Umfährt man die eine, kommt auch schon die nächste. Deshalb fuhr ich locker auf den Radweg Richtung Heimat. Ich achtete auch nicht auf die Uhr und konzentrierte mich ganz auf mein Rad und mich.

Der Puls war für die Temperaturen (30 Grad) auch in Ordnung. Ich fühlte mich gut.

Ich radelte so vor mich hin und hatte nicht das Gefühl, dass ich schneller war als die letzten Male auf dieser Strecke. Ach was ein Rotz ich fahr heim und gut ist, dachte ich irgendwann und genoss mal mehr die Umgebung.

Der Pfälzer Wald ist ja schon was tolles, wenn man sich das mal so anschaut. Natur pur! Herrlich!

Ich fahre auf dem Heimweg zunächst mehr am Waldrand und auch mehr im Schatten. Die letzten 5 km sind dann in der prallen Sonne.
Vorweg muss ich sagen. Ich bin ein sehr heller Hauttyp und schon 20 Min. Sonne machen mich ritzerot, ich bin also sehr empfindlich. Am nächsten Tag ist das zwar wieder weg, aber braun werde ich nicht. Deshalb wichtig: Sonnenschutzfaktor 50. 
Weil die Sonne auf diesen letzten 5 km so extrem auf mich wirkte und ich merkte, wie mir die Puste ausgeht und die Beine immer mehr „brannten“ schaute ich auf die Uhr. Pulskontrolle. Aber was war das?
Die Augen wurden auf einmal sehr groß. Das Gesicht hätte ich gern aus einer anderen Perspektive gesehen. XD 43:xx. What? Und daheim bin ich auch gleich. Geil!

Auf einmal gingen die Beine von ganz alleine. Kurz bevor ich vom Bruch nach Weilerbach einfahre, geht es stetig, aber nicht sehr steil bergauf. Für viele kein Hindernis. Für mich schon. Hier musste ich immer absteigen und schieben. Heute ging es soweit wie noch nie im sitzen. Das letzte steilere Stück musste ich zwar wieder absteigen, aber durch den Erfolg war mir das relativ egal.

Als ich bei mir zu Hause im Hof einfuhr stoppte ich bei 00:59:41.
Juhu unter 1 Std. wie geiel!!!

Zum Vergleich in der Woche zuvor fuhr ich dieslbe Strecke heimwärts in 01:06:39.

Mein Bike mag mich wohl doch etwas. Ist das der Beginn einer Freundschaft?

Ich glaube weniger. Habe ja schon länger vor, mir ein neues Bike zuzulegen, vielleicht hat es das bemerkt und wollte zeigen, was es kann!? Naja.

Am Mittwochabend nach dem Bodycombat musste ich das in der Runde erzählen. 🙂  Nach den vielen Defiziten, doch (für meine Begriffe) so gut gewesen zu sein.
Man konnte nicht glauben, dass ich so viele Probleme mit dem Drahtesel habe und wurde ausgefragt.
David wollte sich das mal genauer ansehen. Er wollte meine Schaltung mal einstellen. Ist wohl auch nötig, nachdem was ich so geschildert habe.

So vereinbarten wir, dass er sich das heute Abend mal ansieht. Ein bisschen schrauben hier und da, fuhr er eine kleine Runde im Hof. “Damit kannst Du fahren?“ wurde ich gefragt.
Carmen fand es auch nicht sehr prickelnd, nachdem sie die Hofrunde gedreht hat.
Also doch keine Anwenderfehler und nicht unnötig drüber nachgedacht ein neues Bike anzuschaffen. 🙂

Nach einer kleinen Testrunde durchs Bruch mit Carmen und David, war es schon ein spürbarer Unterschied zu vorher. Aber die Geräusche sind in manchen Gängen immer noch da und ich denke es ist eine längere Strecke notwendig, um das richtig beurteilen zu können. Hab ja nächste Woche Urlaub und da findet sich sicher Zeit eine kleine Tour zu fahren.
Schon mal ein Danke schön an David, der sich die Zeit genommen hat, sich das mal anzuschauen.

Aber nicht nur das Bike müsste ausgetauscht werden. Auf meiner Liste stehen noch einige andere wichtige Utensilien, die ich mir anschaffen muss/sollte:
• Ganz oben auf der Liste steht der Helm.

Hab keinen und ich hätte mir schon längst einen anschaffen sollen.
Bis ich einen eigenen habe, hat mich Carmen mit ihrem „alten“ ausgestattet. Sitzt nicht perfekt und hebt sich bei Fahrtwind, aber besser als keinen Deckel auf dem Kopf. Da bekommt die Redewendung: „Da fliegt mir der Hut weg!“ wieder eine ganz andere Bedeutung. Konnte ich mir bei der Probefahrt auch nicht verkneifen. Wir haben halt in allen Lebenslagen Spaß! 😀

An dieser Stelle: Danke Carmen für die Leihgabe.

• Dann käme eine adäquate Brille

Ich als Kontaktlinsenträger, trage zwar ungern Brillen, aber bei dem Gegenwind wäre ich oft froh gewesen eine Brille getragen zu haben. Da werden die Augen kurz trocken und entsprechend zugepetzt. Da kann es schnell mal vorkommen, dass die ein oder andere Kontaktlinse aus dem Auge rutscht. Ist mir bisher noch nicht passiert, aber möglich wäre es. Hab zwar immer meine Brille dabei, aber wenn man so extrem über den Kopf schwitzt wie ich ist die gewöhnliche Brille nicht wirklich das Beste.
Es dauert auch erst mal einige Zeit, bis sich die Augen so einigermaßen an den Wind gewöhnt haben.
Habe vor kurzem meine alte Sonnenbrille gefunden. Da ich die zum Motorrad fahren an hatte, ist sie entsprechend verzogen und sitzt auch nicht richtig auf der Nase, aber sie erfüllt doch zum Übergang ihren Zweck.
Hab letzte Woche bei Twitter auch wieder einiges über die verschieden farbigen Gläser gelernt und weiß auch durch eigene Recherche auf was es bei einer Radbrille ankommt bzw. was ich möchte.

• Zuletzt kämen die Handschuhe.

Weil ich so kleine und schmale Hände habe, habe ich mich nicht getraut bei den ganzen Bikesales, die es in letzter Zeit gab, welche zu bestellen. Ich möchte sowas auch vorher lieber mal am Leib haben. 
Freue mich auch, über hilfreiche Tipps und Tricks. Also nur her damit. ;-D

Da ich ja jetzt Urlaub habe, werde ich mich mal diesem Thema etwas mehr annehmen und hoffe, dass ich entsprechend fündig werde. Das Preis-Leistungsverhältnis sollte ja auch stimmen.

So dann mal genug für heute. Wünsche allen ein schönes Wochenende!!

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Über meineartzulaufen

You can rest when you´re dead!
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