Irgendwann gibts es immer ein erstes Mal….

Jeder kennt das, wenn man sich schwer tut sich für Dinge zu entscheiden, die man sich schwer vorstellen kann oder nicht gerne macht. Ich bin der Typ, der sich immer  „rausredet“, weil es ja immer pro und contra gibt. Das kann man sich dann ungefähr so vorstellen:

Längere Läufe? Brauch ich nicht. Mehr als 10 km müssen nicht sein, für was auch. Bin ja froh, dass ich überhaupt so lange durchlaufen kann.

Oder

Berge  Hügel laufen? Das machen doch nur Bekloppte. Ich muss mich nicht noch zusätzlich quälen. Bei einem Puls von gefühlten 200 muss ich es nicht noch mehr übertreiben.

Und genau mit solchen Sprüchen (u. a.) konnte ich mich in der Vergangenheit auch vor vielen Veranstaltungen drücken, die eigentlich ganz schön sind, aber ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass ich das wirklich schaffe. Oder sagen wir es mal so. Ich weiß das ich es schaffe, aber bin mir nicht sicher, ob ich dabei Spaß haben werde.

So wie die nächste Veranstaltung, bei der ich jetzt irgendwie doch mitlaufen werde. Die Läufer aus meiner Laufgruppe starten da irgendwie alle. Da ging man dann irgendwie davon aus, dass es klar ist, dass ich da auch starte…. äh nö. Ich hab mir das mal schön offen gehalten. 🙂

Mein Freund meint ebenfalls, dass das doch klar sei, dass ich da mitlaufe.  Das wird dann auch schön überall erzählt, so dass man wirklich im Zugzwang ist.

Dazu muss ich sagen, dass ich die Strecke kenne und in der Vergangenheit meistens als Zuschauer vor Ort war. Es gibt da nämlich einen fiesen Berg Hügel. Früher als ich noch regelmäßig einen Laufpartner hatte, sind wir dort auch einige Mal laufen gegangen. Er wohnte dort und so bin ich zu ihm gefahren, um dann von dort zu starten. Das war dann etwa auf 2/3 des Hügels. Anfangs auch schon zuviel für mich.

Wie gesagt, dieses Jahr besteht da dieser „Gruppenzwang“ und langsam freunde ich mich mit dem Gedanken an. Eigentlich wollte ich die Strecke vor der Veranstaltung mal ablaufen, aber ich glaube es ist besser, wenn ich das nicht tue. Augen zu und durch und mein Ziel wird sein nicht als Letzte anzukommen und unter 1 Stunde bleiben. Das wird hoffentlich zu schaffen sein.

Also starte ich am 08.11.2014 beim Fackellauf vom TV Rodenbach.

Dann gibt es da noch etwas, was nächstes Jahr auf mich zukommt: Ein Halbmarathon.

Ein Halbmarathon war/ist für mich immer sehr schwer vorstellbar (gewesen). Man läuft 2,5 bis 3 Stunden einfach so vor sich hin. Ok, gute Läufer brauchen nicht so lange, aber ich gehöre ja nicht zu dieser Sorte. 🙂

Bin ja schon bei einigen Veranstaltungen gestartet, bei denen diese Distanz angeboten wurde. Schon allein die Distanzanzeigen, die alle km auseinander stehen oder hängen, machen mich verrückt. Ich versuche die schon bei den kürzeren Läufen auszublenden und zu ignorieren.

Dann bekomme ich immer gesagt, dass ich die Distanz ja auch beim Strongmanrun laufen würde. Ja natürlich ist der Drecklauf so lange, aber da laufe ich nicht durch. Schon allein die Hindernisse, bei denen man oft und lange anstehen muss, lockern das Ganze auf und die Stimmung ist auch schon mal ganz anders, weil da jeder Spaß hat. Bei einem Halbmarathon geht es ja für viele nur um die Jagd nach Bestzeiten. Bin ja wirklich oft als Stimmungsnest mitgefahren und hab mir das gerne angesehen.  Da wirkten viele Läufer auf mich sehr verbissen. Da frage ich mich dann, wo der Spaß bleibt.

Dann ist es ja auch so, dass man sich darauf auch wirklich akribisch vorbereiten sollte. Gerade, wenn man diese Distanzen eigentlich wenig bis gar nicht läuft. Das nimmt dann auch entsprechend Zeit in Anspruch. Dann bin ich auch nicht der Typ , der gern nach einem vorgefertigten Plan trainiert und meine Laufeinheiten mehr nach Lust und Laune durchzieht.

Und das sind dann die Punkte, warum ein Halbmarathon bisher nie in Frage kam.

Nun habe ich mich läuferisch in den letzten Monaten wohl doch etwas weiter entwickelt und laufe mit einer Pace, die für mich früher vor meiner Gefäßerkrankung immer sehr weit weg und utopisch war. Ich habe mit dem Training im Studio zum Muskelaufbau und der Läufergruppe, der ich mich angeschlossen habe, wohl alles richtig gemacht. Meine Fettwerte könnten zwar besser sein, aber es geht in die richtige Richtung.

Dann ist vor ein paar Wochen ein Mensch in mein Leben getreten, der mich in dieser Hinsicht bestärkt und mich einfach angemeldet hat, weil die Überzeugung da ist, dass ich das kann.

So kam es, dass ich tatsächlich zu meinem ersten Halbmarathon angemeldet bin.

wpid-screenshot_2014-10-26-19-14-01.pngEin bisl bammel hab ich ja schon. Und ich weiß genau, das ich ihn noch verfluchen werde, spätestens dann auf der Strecke im Mai oder vllt sogar wenn ich im Ziel bin.  😉

Als Zielzeit hätte ich ja 3 Stunden angegeben. Aber nachdem ich da was vorgerechnet bekam, wären 2 Std. 30 Minuten realistisch.  Wir einigten uns dann auf  2 Std. 45 Minuten, was dann auch als Zielzeit angegeben wurde.

Nun wird ab etwa Mitte/Ende Februar 2015 trainiert, nach Plan mit allem drum und dran und hoffentlich mit der notwendigen Motivation. Ich bin gespannt.

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Über meineartzulaufen

You can rest when you´re dead!
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11 Antworten zu Irgendwann gibts es immer ein erstes Mal….

  1. katitria schreibt:

    Mit Mainz hast du dir einen wirklich schönen Halbmarathon ausgesucht. das war auch mein Erster. Dort ist immer Stimmung und die Kilometer ziehen recht schnell an einem vorbei. Auf den letzten 5km muss man ein wenig beißen, aber das schaffst du schon. Genieß deinen ersten HM, mehr brauchst du nicht. Egal wie lange es dauert.
    Liebe Grüße und viel Spaß beim Training.

  2. verschmitzt schreibt:

    wie cool, das finde ich großartig, dass du dich dazu entschieden hast! du wirst es sicher nicht bereuen – die letzten 5km waren auch bei meinem offiziellen HM furchtbar, aber das gefühl im ziel ist unbeschreiblich! ich schwebte im anschluss noch gut eine woche auf der wolke 🙂 bin gespannt, wie es dir ergehen wird und freue mich auf deinen bericht!

  3. Markus schreibt:

    Es soll auch welche geben die den Halbmarathon in weniger als 1h laufen 😀 Oder besser ums Leben rennen 🙂
    Finde es aber natürlich toll, dass dich zu diesem Schritt getraut hast!

  4. stefan schreibt:

    schon der grund das du mich ein halbes jahr später im matsch spielen siehst ist ja schon ansporn genug
    freu mich auf mainz mein kleines

  5. Manu schreibt:

    Tolle Entscheidung! Wünsche Dir alles Gute auf dem Weg zum ersten Halbmarathon! Und ich bin mir sicher, dass Du es schaffst!

  6. Pingback: Fackellauf beim TV Rodenbach | meineartzulaufen

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