Fackellauf beim TV Rodenbach

Am 08.11.2014 war ich beim Fackellauf des TV Rodenbach am Start.

Wie schon geschrieben war ich dort immer nur zum zukucken mit, weil ich mich einfach nicht getraut habe selbst zu starten. Und Zuschauen ist für mich ja auch nie langweilig. 😉

Am letzten Mittwoch bin ich die Strecke dann doch nochmal mit meinem Freund zusammen abgelaufen.  Überhaupt nicht gut lief es da. Mir taten am Hügel die Füße weh und meine Waden und mein Oberschenkel und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich nicht „rund“ laufe. Am Ende spürte ich meine Füße dann nicht mehr. Ich hatte den Glycerin 11 von Brooks an. Relativ neu, erst 2 x vorher mit gelaufen. Eher kurz und flach, das war dann aber auch schon eher grenzwertig.

Kein Schuh für mich – er ist mir definitiv zu hart. Wir werden keine Freunde.

Und nun sollte ich an diesem  7 km-Lauf an den Start.

Schon zu Hause beim Tasche packen und umziehen, merkte ich, dass ich nervös bin. Und diese Nervosität sollte sich noch steigern.

Ich fing kurz vor Abfahrt nach Rodenbach an zu zittern und meine Toilettengänge wurden häufiger – mein Magen machte sich bemerkbar. Konnte sogar nichts mehr trinken. Im Auto wurde mir dann schlecht und ansprechbar war ich auch irgendwie nicht mehr so richtig.

So extrem war das wirklich noch NIE.

In der Halle angekommen musste ich mich zunächst anmelden. Sogar das Schreiben fiel mir schwer, weil ich noch immer am zittern war. In der Schlange für die Anmeldung eingereiht traf ich dann einen Läufer aus meiner Läufergruppe. Er war vorangemeldet, sollte aber noch Jürgen anmelden. Ich übernahm das dann, weil ich ja gerade in dieser Schlange stand und er in eine andere musste. Ich gab also die zwei Zettel ab. Irgendwie war ich nicht mehr wirklich klar im Kopf, als ich das Rückgeld für die 2 Startplätze erhielt, war ich mir nicht so sicher, ob das stimmt. Egal, wenn ich zuviel gezahlt hab, dann hab ich denen noch was gutes getan…. ich muss jetzt irgendwie runter kommen.

Hinterher hat sich herausgestellt, dass mir nur ein Startplatz abgezogen wurde.

Mein Freund versuchte mich zu beruhigen – half nix. Ich war aber auch nicht wirklich gesprächig und war angespannt. Ich weiß nicht wie das auf andere gewirkt hat. Aber hinerher tat mir das schon ein bisl leid – es war doch nur ein Lauf…. :-/

Ich machte mich zwar nicht verrückt, aber diese Nervosität war wirklich nicht normal und besser wurde es auch irgendwie nicht. Ich kann wirklich immer nur wieder sagen, dass ich das so noch nicht erlebt habe.

Ich übergab die Startnummer an Jürgen und machte mich soweit fertig für den Lauf. Jacke ausziehen und Startnummer befestigen. Jürgen versuchte auch nochmal gut zuzureden.

Ich brachte meine Tasche in die Frauenumkleide und verstaute meine Habseligkeiten.
Vor lauter Aufregung hab ich keine Bilder gemacht. Ich vergaß auch meinen Ipod in der Tasche. Also nochmal in die Umkleide und das Ding holen.

Mein Freund und sein Laufpartner verabschiedete ich frühzeitig. Die wollten sich noch bisl bewegen vorm Start.

Mittlerweile waren es noch etwa 15 Minuten bis zum Start und Zuschauer vom Schülerlauf aus meiner Läufergruppe fanden sich in die Halle ein. Auch von denen wurde mir nochmal gut zugeredet. Ich muss auch gestehen, dass ich da einen klitzekleinen Moment drüber nachgedacht habe mich nicht an den Start zu stellen.

Noch 5 Minuten. Na dann geh ich mal raus. Auf dem Weg an den Start checkte ich das erste Lied auf meinem MP3-Player – gut was langsames. Genau richtig. Vor dem Anstieg langsam starten und rein kommen.

Das Warm up war schon am laufen – Zumba… ohje! Das kannte ich schon vom Frauenlauf in Frankfurt. Nix für mich. Habe mich deshalb ganz hinten eingereiht, damit ich diese Hüfte wackelnden Menschen nicht um mich habe.

Dann der Countdown und ab gehts. Ich beschloss nur nach dem Start kurz auf meine Uhr auf die Geschwindigkeit zu schauen und dann bis ins Ziel nicht mehr. Wollte mich da nicht wegen der Zeit verrückt machen.

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Ipod und Uhr gestartet. Die Red Hot Chilli Peppers ließen mich langsam ins rollen kommen und mich mein Tempo finden, bevor es dann zum Anstieg ging. Kurzer Blick auf die Uhr Pace 6:54 – gut schneller muss ich auch erst mal nicht sein, denn da kam ja noch der Anstieg.

Der Anstieg: Scooter und J´adore hardcore ließen mich da im Takt hoch traben. Das lief dann so gut, dass ich das Lied dann bis zum Gipfel (also 3 x hintereinander) laufen ließ. Da es dunkel war, versuchte ich mich an den Beinen zu orientieren, wenn die abgeflachten Stücke kamen, denn dort wurden meine Oberschenkel und Waden etwas entlastet. Ich versuchte das zu genießen. Aber irgendwie war ich in einem Tunnel. Ich überholte viele Läufer vor mir und nur kurz wandte sich mein Blick über Rodenbach und das IG Nord. Ein schöner Anblick, so im dunkeln, dachte ich. Aber dann kam ich wieder in den Tunnel.

 Oben angekommen, ging Scooter nun irgendwie gar nicht mehr, also schnell weg damit und auf was andres umschwenken.

Es geht dann etwas abschüssig runter, überholte einen Läufer unbewusst. Ich versuchte zu schauen, ob ich die Strecke bis zur Brücke überblicken konnte, aber der Tunnel hatte mich fest im Griff.

Auf dem geraden Stück zur Brücke überholte mich der Läufer, den ich vorher überholt hatte. Ich wollte da dran bleiben und versuchte ihn trotz Dunkelheit immer im Auge zu behalten.

Meine Gedanken kreisten um die Zeit und die Distanz. Mehr als die Hälfte dürfte ich eigentlich schon haben. Die anderen sind bestimmt schon im Ziel. Versuchte aber auch solche Gedanken zu verbannen und mehr auf meine Beine zu hören. Geht da noch was, oder soll ich in diesem Tempo bleiben.

Kam dem „Ortseingang“ immer näher und kurz davor eine Laterne auf dem Boden mit der Aufschrift 6. Arghhhh… Nein!!! Ich wollte die doch alle übersehen. Jasi beruhige dich. KM 6, jetzt kommt nur noch das Ziel, jetzt kommt nur noch das Ziel, jetzt kommt nur noch das Ziel………………. Auf einmal sprang Carmen auf die Straße und feuerte mich an. Lief vor mir her. Ich merkte schon, dass sie irgendwas sagte. Nur gehört hab ich nix. Bis zur vorletzten Abzweigung vorm Ziel da war ich irgendwie mal kurz im hier und jetzt. Carmen lief mittlerweile neben mir und fragte mich, ob ich die beiden vor mir sehe. Ich konnte nur nicken. So Jasmin, die holst Du Dir jetzt noch. Irgendwas rief sie noch, aber ich war dann auch schon weg, lief an den beiden vorbei und bog in die Straße vor der letzten Schickane ein. Eine große Gruppe an der Feuerwehr plärrte rum (ich wusste zwar nicht, wer das war, aber das hab ich registriert). Letzte Abbiegung und schon war ich im Zielkanal und wurde von einem Helfer gestoppt.

Von 100 auf 0 in Sekunden. Das war seeeehr abrupt. Hat mir auch nicht wirklich gefallen. Ich stand dann nämlich erst mal in einer Schlange. Überholen sollte man nicht mehr. Nach ein paar Schritten sah man links einen Bildschirm mit der Zeit 00:45:xx stand da…. o.O

Ne, echt jetzt?

Erst mal was trinken. Was ein Massenauflauf… ich kann sowas ja nicht leiden. Da standen Läufer vor den Getränken. Anstatt sich aber was zu nehmen und weg zu gehen, standen die dann weiter da und blockierten alles…. Baahhhh!! Ich musste hier weg. Das war noch zvuiel für mich.

Mit einem Becher irgendwas, es war jedenfalls warm, und einem Stück Apfel, ging ich zur Feuerwache, wo Stefan stand und auf mich wartete. Wurde erst mal gedrückt und bekam gratuliert für meine Zeit. Ich hätte das ja gleich gesagt bekommen. 😉  Ja, meine Uhr zeigt auch was um die 00:44:xx an. Ich hätte es ja wirklich nicht geglaubt.

Meine offizielle Zeit: 00:44:21.

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Den Rest des Abends war ich immer noch nicht so wirklich ansprechbar. Mir war immer noch nicht so wirklich gut. Essen konnte ich nichts. Aber ein Gründels hab ich runter bekommen.

Erst zu Hause bekam ich hunger und fand langsam wieder zu mir.  Da realisierte ich auch erst was ich da überhaupt geleistet habe und die Auswertung meiner Daten der Uhr zeigten es schwarz auf weiß.

Im Grunde ist es eine schöne Strecke, vor allem im Dunkeln mit den Fackeln, aber das habe ich ja nicht so wirklich mitbekommen. Wenn jemand hier aus dem Umkreis kommen sollte und auf der Suche nach etwas anspruchsvollerem ist, dem kann ich diesen Lauf wirklich empfehlen. wpid-screenshot_2014-11-09-11-26-34.png

Ich war wirklich in einem Ausnahmezustand und hoffe, dass mir sowas so schnell nicht wieder passiert.

Hattet Ihr auch mal solche Zustände? Wie seid Ihr damit umgegangen? Hat sich sowas vllt. sogar mal wiederholt? Mich würden Eure Erfahrungen in dieser Hinsicht interessieren und würde mich über Eure Kommentare freuen.

So on Eure Jasi!

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Über meineartzulaufen

You can rest when you´re dead!
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2 Antworten zu Fackellauf beim TV Rodenbach

  1. Markus schreibt:

    Sehr gut gemacht kann ich da nur sagen!

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